Kante1

Analyse archäologischer Steinfunde am Julierpass

Untersuchung Gesteinsfragmente von römischem Passheiligtum

 

Auf dem Julierpass wurden in den 1930er-Jahren im Rahmen einer Grabung Fragmente von Säulen und teilweise bearbeiteten Handstücken aus der Römerzeit gefunden. Die Reste wurden damals einem römischen Passheiligtum zugeordnet. Seit den Funden eines Militärlagers am Septimerpass ist belegt, dass vor rund 2000 Jahren sich die Römer in der Gegend aufhielten. Im Rahmen einer Projektarbeit der Universität Basel in Zusammenarbeit mit dem Archäologischen Dienst Graubünden wurden die über 100 Handstücke nochmals untersucht. Die Fragmente bestehen aus Kalzitmarmoren und Talkschiefern – letztere auch bekannt als Speckstein. Dabei zeigte sich, dass die Gesteinsfragmente nicht vom Julierpass selbst stammen können, da dort der Julier-Granit anstehend ist. Für die Kalzitmarmore wird aufgrund ihrer Zusammensetzung und Gefüge vermutet, dass diese zum einen eine regionale (Oberhalbstein-Bergell) und zum anderen eine überregionale Herkunft (Südtirol-Veltlin) aufweisen können. Bei den Talkschiefern wird von einem archäologisch bekannten Vorkommen im Bergell ausgegangen. In einem nächsten Schritt wird versucht, die Herkunfts-Hypothesen im Feld anhand von Vergleichen von Handstücken und geologischen Aufschlüssen zu verifizieren. Dank der interdisziplinären Zusammenarbeit von Geologen und Archäologen kann Geschichte der Römer im alpinen Raum um ein weiteres Puzzlestück erweitert werden kann.

.

 

Foto aus den 1930er-Jahren am Julierpass (Quelle: Archäologischer Dienst Graubünden).

 

 

 

Überblick Gesteinsfragmente mit Kalzitmarmoren und Talkschiefern.

 

Nahaufnahme eines Fragments mit Inschrift.

 

HAUPTSITZ ST. GALLEN
BTG Büro für Technische Geologie AG
Grossfeldstrasse 74
7320 Sargans

T 081 720 09 39
Mail-Kontakt

ZWEIGNIEDERLASSUNG GRAUBÜNDEN
BTG Büro für Technische Geologie AG
Loëstrasse 131
7000 Chur

T 081 720 09 39
Mail-Kontakt